Ludwig Bäte
Ludwig Bäte, ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Kulturhistoriker und Übersetzer war Meller Bürger.

Ludwig Bäte, in Osnabrück geboren, unterrichtete von 1913 bis 1928 Schüler an Meller Schulen, so in Riemsloh, Hoyel und Melle.
Er entstammte, wie er preisgab, einer armen Osnabrücker Familie. Ein Gymnasiumbesuch war für ihn und seine zwei Brüder nicht möglich. Um trotzdem Lehrer zu werden, besuchte er dann für drei Jahre eine Präparandenanstalt. Hier erfolgte der Unterricht ganztägig, im engen Elternhaus musste er die Stunden für sich zusammenstellen, wo seine Familie die Nachtruhe vorzog und somit ein Zimmer halbwegs frei war.
Schon im Jahr 1912 konnte er die erste Lehrerprüfung, und das sogar mit Auszeichnung, ablegen.
Ludwig Bäte 1956 (Foto Hans-Joachim Koch)
Seine erste Lehrerstelle bekam er in Riemsloh, konnte dort auch eine kleine Wohnung in Anspruch nehmen. Das Denkmal bei der Ortsapotheke zur Feier der Leipziger Völkerschlacht 1913 entstammte u. a. seiner Idee.
Zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns 1914 stand für ihn eine Versetzung zur Einklassigen Volksschule in Hoyel an. Der nächste Arbeitsplatzwechsel erfolgte 1915 zur „Höheren Stadtschule“ in Melle, in der 124 Schüler und Schülerinnen ausgebildet wurden. An dieser Schule lernte er seine Kollegin und spätere Frau Thea Albers kennen. Sie heirateten 1919 und konnten eine gemeinsame Wohnung an der Mühlenstraße beziehen.
Doch, wie und womit lernen wir den Aktivisten Ludwig Bäte kennen. 1915 erschien ein erster kleiner Gedichtband. Ein Buch mit dem Titel „Mondschein und Giebeldächer“. Die Osningschriften, eine von ihm herausgegebene Zeitschrift, wurde bei der Meller Druckerei F. E. Haag gedruckt. Das Buch möchte aus der unrastvollen Gegenwart hinausführen in die Stille der Wälder und Wiesen, in verschlafene Dörfer und stille Kleinstadtmärkte, so der Autor selber über seine Veröffentlichungen.
Ludwig Bäte beschäftigte sich auch mit der Möser-Biographie. Die Tochter Jenny des Osnabrücker Juristen, Staatsmannes und Historikers Justus Möser wohnte auch in der Mühlenstraße in Melle, das Haus steht heute noch, hier ist das Meller Kreisblatt beheimatet. Verheiratet war sie mit dem Geheimrat Johann Gerlach Jost von Voigts aus Celle. Nach dem Tode der Mutter zog Jenny wieder nach Osnabrück. Bis heute ist oberhalb der Eingangstür des „Hauses vor Melle“ oder auch „Blaues Haus“ eine Erinnerungstafel angebracht, die Bäte dort anbringen ließ.

Eine Erinnerungstafel befindet sich in der Hausfront der Außenmauer oberhalb des Einganges zur Redaktion des Meller Kreisblattes. Text: Hier stand das „Haus vor Melle, in dem Johanna von Voigts die Tochter Justus Mösers lebte.


